Hier sammeln wir Dokumentarfilme, die wir empfehlen können. Auf der rechten Seite gibt es eine Übersicht über die verschiedenen Unterseiten. Wir freuen uns über Ergänzungen. Diese könnt Ihr uns per E-Mail zukommen lassen.



Alphabetisch nach Titel sortiert

Abschiebung im Morgengrauen
Deutschland, 2005
43 Minuten
Regie: Michael Richter

Es ist drei Uhr morgens, als sechs Mitarbeiter_innen der Hamburger Ausländerbehörde, begleitet von einigen Polizist_innen, an der Tür der Familie Kryezi klingeln. Die Beamt_innen drängen in die kleine Wohnung: Eine halbe Stunde hat Elvira Kryezi Zeit, um hastig ein paar Kleider zusammenzupacken, ihre fünf Kinder zu beruhigen und Verwandte zu benachrichtigen, dass die Familie nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben wird. »Morgendliche Begleitung« heißt eine solche Aktion im Behördendeutsch.

Der Film beobachtet Beamt_innen, die in dieser Abteilung tätig sind. Nach welchen Kriterien urteilen die Mitarbeiter_innen des Amtes, wie gehen sie mit den Menschen um, über deren Schicksal sie auf oft dramatische Art mitentscheiden? Zum ersten Mal hat die Ausländerbehörde Hamburg einem Team des NDR gestattet, den gesamten Prozess der Abschiebung mit der Kamera zu begleiten.

Etwa 20.000 Menschen leben allein in der Hansestadt behördlich »geduldet«, aber ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele von ihnen sind Kriegsflüchtlinge, die kein Asyl erhielten, die aber gleichwohl nicht abgeschoben werden durften. Sobald sich die Situation im Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert, stehen sie auf den Abschiebungslisten. Die quälend lange Zeit des Wartens und der Ungewissheit zermürbt die Menschen und zerstört die Familien. Die Reportage beobachtet Menschen an der Schnittstelle zwischen Behördenalltag und persönlichem Schicksal.

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(A)Sexual
USA, 2012
76 Minuten
Regie: Angela Tucker

Facing a sex obsessed culture, a mountain of stereotypes and misconceptions, and a lack of social or scientific research, asexuals – people who experience no sexual attraction—struggle to claim their identity. (A)sexual is a feature length documentary that follows the growth of a community that experiences no sexual attraction. In 2000, David Jay came out to his parents. He was asexual and was fine with it. And he was not alone. Studies show that 1% of the population is asexual. But in a society obsessed with sex, how do you deal with life as an outsider? Combining intimate interviews, verite footage, and animation with fearless humor and pop culture imagery, David and our four other characters grapple with this universal question and the outcomes might surprise you.


Für eine andere Welt
Frankreich, 2010,
52 Minuten
Regie: Samuel Luret & Damien Vercarmer

Griechenland, Frankreich, Dänemark, Brasilien oder China – überall auf der Welt regt sich entschiedener Widerstand. Hier der Zorn der Jugendlichen, dort die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Aufstand der vom System Ausgeschlossenen. Nie zuvor war der Geist der Revolte so stark und so verbreitet. Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt. Alle Proteste werden von jungen Menschen getragen, die ihrem Unmut über die Globalisierung Luft machen wollen.

Die Dokumentarfilmer_innen sind nach Griechenland, Dänemark und China gefahren – zu den jungen Akteur_innen, um mit ihnen über ihre Gründe für die Proteste zu reden. Aus ihrer Sicht schildern sie uns die Unruhen 2008 in Griechenland und 2007 in Kopenhagen sowie die Streiks in Suzhou und Shenzhen (China) 2010. Sie reden über ihr Engagement und ihre Erwartungen und wie sie diese Welt, verändern wollen. Soziolog_innen aus Frankreich und anderen Ländern analysieren diese neuen Unruhen in den verschiedenen Gesellschaftssystemen. Diese kollektiven Wutausbrüche sind alle Ausdruck der Krise in den Zeiten der Globalisierung

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Killing Nazis
Österreich, 2013
47 Minuten
Regie: Andreas Kuba

Die Film-Doku »Killing Nazis« erzählt die reale Geschichte eines wahren »Inglourious Basterd«, des heute 91-jährigen Alfred Müller aus Wien-Ottakring. Als Jugendlicher vor den Nazis nach Palästina geflüchtet, wurde er im Exil zu Chaim Miller und in einer Spezialeinheit der britischen Armee für den Einsatz als Agent in Nazi-Uniform ausgebildet. 1945 kehrte er als Soldat der »Jüdischen Brigaden« zurück nach Österreich, wo seine Eltern im Holocaust ermordet wurden. Alfred Müller übte mit seiner Einheit in Selbstjustiz Rache, indem er Dutzende SS- und Gestapoangehörige aufspürte, entführte, verhörte und hinrichtete.

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Terror im Kiez
Deutschland, 2013
44 Minuten
Regie: Jo Goll und Torsten Mandalka

Scheiben eingeworfen, Haustür beschädigt, Briefkasten gesprengt: Die Filmmacher begleiten die Familie S., die von Rechtsextremen bedroht wird. Auf der Spur des rechten Terrors stoßen Jo Goll und Torsten Mandalka immer wieder auf die NPD.

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The Ritchie Boys
2004
90 Minuten
Regie: Christian Bauer

»The Ritchie Boys« is the untold story of a group of young men who fled Nazi Germany and returned to Europe as soldiers in US-uniforms. They knew the psychology and the language of the enemy better than anybody else. In Camp Ritchie, Maryland, they were trained in intelligence and psychological warfare. Not always courageous, but determined, bright, and inventive they fought their own kind of war. They saved lives. They were victors, not victims.