Archiv für Juni 2014

Statements zum »Kreuzberger CSD«

Wir dokumentieren hier vier Stellungnahmen zum »Kreuzberger CSD«. Wir teilen die in den Texten formulierte Kritik und werden deshalb nicht am »Kreuzberger CSD« teilnehmen.

Warum wir den „Kreuzberger CSD“ nicht unterstützen:

Unter dem Motto: „Die Oranienstrasse ist keine Einbahnstrasse, und Solidarität auch nicht“ rufen dieses Jahr SO36, Schwuz und Südblock zu einem Straßenfest am Heinrichplatz auf.

Ein „Kreuzberger CSD“, der am gleichen Tag und Ort wie die Fete de la Musique stattfindet, und vom Südblock, so36, Schwuz und Umfeld organisiert wird, wirft in der art der Gestaltung die Frage auf was die Motivation ist, und wer davon was hat.

Am Südblock und am SO36 hat es in den letzten Jahren immer wieder massive Kritik in Bezug auf rassistische Türpolitik, und nicht verhalten zu rassistischen, sexistischen und transphoben Vorkommnissen in den Läden (teilweise von dort arbeitenden Personen ausgehend) gegeben.

  • Sich „Kreuzberger CSD“ zu nennen und ihn am gleichen Ort zu veranstalten wie den t*csd ohne einen Bezug zur Geschichte und Existenz dessen herzustellen ist politisch nicht nachvollziehbar und unsolidarisch.
  • Auf die Aufrufe der letzten Jahre sich aktiv an der Organisierung des t*csd zu beteiligen nicht zu reagieren, und jetzt eine ganze Struktur zu stellen von der hauptsächlich kommerzielle Läden profitieren, ist politisch nicht nachvollziehbar und unsolidarisch.
  • Die Diskussionen des letzten Jahres zu ignorieren, indem sie einfach unerwähnt bleiben, ist politisch nicht nachvollziehbar und unsolidarisch.
  • Die Menschen, die sich letztes Jahr nach dem t*csd im offenen Rahmen getroffen haben um Diskussionen weiterzuführen, und Interesse bekundet haben den t*csd weiter zu gestalten, nicht einzuladen oder in die Vorbereitungen einzubinden ist politisch nicht nachvollziehbar und unsolidarisch.
  • Zu argumentieren „wir haben uns kurzfristig zusammengefunden als klar wurde das es dieses jahr keinen t*csd gibt“ statt Diskussionen aufzugreifen und gemeinsam zu führen, ist politisch nicht nachvollziehbar und unsolidarisch.

Unsolidarisch wem gegenüber?

  • allen Menschen, die in den vergangenen 15 Jahren versucht haben den t*csd als eine politische Veranstaltung zu organisieren der deutlich mehr ist als feiern, denen gegenüber, die versucht haben Diskussionen immer wieder aufzugreifen, und eine offene Beteiligung vieler unterschiedlicher Menschen zu ermöglichen.

Wir möchten uns eindeutig von einer solchen art Politik zu betreiben distanzieren.

Der „Kreuzberger CSD“ ist eine Einbahnstrasse mit der sich kommerzielle Läden ihren Jahresumsatz sichern, und alles andere als solidarisch.

Wir, das sind: Menschen unterschiedlichster Herkunft mit queerfeministischem Bezug, aus den letzten 20 Jahren bis heute.

Der „Kreuzberger CSD“- nicht nur eine „Namenssache“

„Aber die Leute vom SO 36 und SchwuZ, die ja vorher auch beim Transgenialen CSD dabei waren, machen jetzt den Kreuzberger CSD. Das ist einfach ein anderes Label und vielleicht ein bisschen anders organisiert, aber es werden die selben Leute hingehen. Für mich ist das im Prinzip nur eine Namenssache.“ (Thomas Bartels, Regisseur von „Die andere Seite des Regenbogens“: www.siegessaeule.de/no_cache/newscomments/article/1153-die-andere-seite-des-regenbogens-am-1106-im-xenon.html)

Der tCSD wurde immer von Einzelpersonen unabhängig von kommerziellen Läden organisiert- das SO36 und SchwuZ waren Locations für Soli-Parties und haben von den Events auch profitiert.
Der „Kreuzberger CSD“ hingegen wird nicht nur „ein bisschen anders organisiert“, sondern er wird nicht mehr autonom von kommerziellen Interessen geplant.
Aber: Wer hat sich da organisiert? Wer hat sich da wen und wie gesucht und gefunden?
Wenn ich eine öffentliche Veranstaltung für die Queer Community veranstalten möchte, dann wende ich mich an die Community und frage, wer das mit mir organisieren möchte Alles andere wäre eine ausschließende Vorgehensweise. Die Gruppe um den „Kreuzberger CSD“ hat sich erst in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit gewandt. Warum?

Was ist geschehen mit dem tCSD?

Die Krise
Das Orga-Team des tCSD 2013, welches mehrheitlich aus weißen Personen und einer Person of Color bestand, konnte den selbstformulierten Ansprüchen der Reflexion von Machtverhältnissen besonders in Bezug auf Rassismus nicht gerecht werden. Das äußerte sich (neben der Besetzung an sich) darin, dass sie es nicht schafften, nach dem rassistischen Vorfall auf der Soli-Party (während einer Performance wurde das N-Wort gesagt) einen Umgang damit zu finden. Das Orga-Team löste sich auf und es konnten sich keine Personen finden, welche den tCSD für dieses Jahr vorbereiten wollten, weil die Debatte um Rassismus in der Szene bei der Mehrheit entweder auf Abwehrverhalten oder auf Desinteresse trifft.

Der Widerspruch
Das Orga-Team des „Kreuzberger CSD“ behauptet, dass ihnen „Diskriminierungen und soziale Ungleichheiten auf die Ketten gehen“ würden, aber sie übergehen die Tatsache, dass es in der Community eine berechtigte Rassismuskritik gab und gibt. Außerdem betonen sie die Wichtigkeit von Solidarität, Miteinander und des Dialogs. Fakt ist: Keine der drei erwähnten Haltungen wurde erfüllt. Es gab keinen Dialog, dass heißt, wenn es keinen Dialog gibt, gibt es kein Miteinander und dementsprechend keine Solidarität.

Instrumentalisierung
Es wird vermittelt, dass der Kiez ein Paradies sei, in welchem ein „gelebtes Miteinander“ vorherrsche Auf diese Weise werden Konflikte und Diskriminierungen geleugnet und Zustände wie Armut und Ausgrenzung beschönigt. Kreuzberg wird als zwar durch Unterschiede geprägt, aber trotzdem harmonischer Kiez dargestellt. Auf diese Weise werden Krisen und Widersprüche übergangen. Genauso wird in der Community gehandelt: Krisen und Widersprüche werden der „Harmonie“ geopfert. Die folgende Aufforderung der Orga-Gruppe „Lasst uns kämpfen für gleiche Ausgangsbedingungen, das Leben zu leben und zu gestalten!“ zeigt das fehlende Bewusstsein über die Unmöglichkeit Ausgangsbedingungen anzugleichen (falls das überhaupt wünschenswert ist..).
Wir wollen nicht die gleichen Rechte wie das weiße heterosexuelle Bürgertum, wir wollen das System versenken! Und die Aussage: „Für ein friedliches Miteinander auf der Straße, tags und nachts!“ unterstreicht erneut die Zwangsharmonisierung und vermittelt eine Abneigung gegenüber Konflikten und Kämpfen.
Der „Kreuzberger CSD“ ignoriert die Kämpfe und die Kritik von Queers of Color und Schwarzen queers und konstruiert ein „friedliches Miteinander“. Im Kiez. In der Community.

Wir wollen alle Unterstützer*innen des „Kreuzberger CSD“ aufrufen, sich nicht der Unsichtbarmachung von Rassismus und der Ignoranz gegenüber der Kritik anzuschließen, sondern die Debatte weiter zu führen und Schwarze Queers und Queers of Color in ihrem Kampf gegen Rassismus zu unterstützen.
Außerdem fordern wir eine Auseinandersetzung mit den kommerziellen Interessen des Orga-Teams und mit dem Ausschluss von potenziellen kritischen Personen durch die nicht öffentliche Organisation des Events.

2 ex-orgamitglieder und untertüzer_inen
Wenn jeman uns untertüzen möchte , bitte Weiterleiten und nicht Teilzunehmen

Kreuzberger CSD: The show must go on – Diskussion unerwünscht?

An die Beteiligten rund um den t*CSD 2013 und des KreuzbergerCSD 2014

2014 gibt es einen neuen CSD in Kreuzberg, lese ich in der Siegessäule.

Ich war Teil der t*CSD Orga 2013. „Ich“ heißt queer, weiß, cis-Frau, Akademikerin, Arbeiter/Landkind.

Von 1997 bis 2013 gab es jährlich einen transgenialen CSD in Berlin als emanzipatorische Alternative zum so genannten großen CSD, auf dem ausschließlich das gleichgeschlechtliche Begehren die Teilnehmenden verbindet – egal wo man gesellschaftlich und politisch steht. Ohne Kritik am aktuellen politischen System.

Der transgeniale CSD war für mich ein Teil meines Kampfes für eine solidarische Gesellschaft. Ich ging seit ca 2006 auf die Strasse für die Vielfalt unserer Identitäten und Begehren. Für eine Gesellschaft ohne Machtverhältnisse, die auf Patriarchat, Kapitalismus, Klassismus und Rassismus basieren. Für die Auseinandersetzung auf dem Weg dorthin.

Zusammen auf die Strasse in unserer Unterschiedlichkeit und trotz unserer unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen. Zusammen? Solidarisch? Auf die Straße? Was heißt das denn in der Realität?

Die tagtägliche Frage.

Das Zentrale ist für mich nicht, auf die Straße zu gehen, sondern was davor und danach passiert. Eine Demo allein ist doch nur die Repräsentation der Auseinandersetzung: Wer ist beteiligt? Wer entscheidet? Welche Themen und Forderungen sollen sichtbar sein? Wenn das nicht passiert, ist es ein Ritual.

2013 war ich Teil der Vorbereitungsgruppe. Ich habe mich eingesetzt für einen t*CSD der das Ergebnis von Diskussion und Auseinandersetzung ist. Ich habe mich engagiert, versucht, verbunden, verkackt, diskutiert, ignoriert, geschwiegen..

Der strukturelle Rassismus und die fehlende Awareness von Weißen gegenüber Rassismus in der queeren Szene Berlins wurde nach einem rassistischen Vorfall bei der t*CSD Soliparty, im Umgang mit der Einladung zu einem „offenen“ Treffen sichtbar. Das Treffen hatte das Ziel, sich gemeinsam über den Vorfall und rassistische Strukturen auseinanderzusetzen. Die Schwarze Person, die für die Moderation angefragt wurde, wünschte sich, dass die Orga konkret zwei weitere Personen – eine Schwarze Queer und eine queere PoC/Romni – zu dem Treffen einladen soll, um zu gewährleisten, dass sie nicht die einzige Schwarze Person ist, und dass queere Schwarze/PoC Positionen vertreten sind. Diesem Wunsch sind wir nicht nachgekommen. Ich nahm damals die Haltung ein, dass das nicht nötig sei, da ja alle durch die öffentliche Einladung eingeladen sind. Ich hatte nicht verstanden, dass es genau an diesem Punkt wichtig gewesen wäre, dem Wunsch nachzukommen und damit ganz klar zu machen, dass die Bedingungen von Schwarzen Genoss*innen und Genoss*innen of Color für eine gemeinsame Auseinandersetzung zu Rassismus an erster Stelle stehen – aus Solidarität.

Bei dem Treffen wurde diese weiße Ignoranz gegenüber den Voraussetzungen für eine gemeinsame Diskussion öffentlich von Queers of Color, Schwarzen Queers und weißen Allies benannt, die daher nicht an der Diskussion teilnahmen. In meinen jetzigen Augen eine solidarische Kritik. Auch wenn ich das erst nicht verstehen konnte, und zuallererst mit meinen weißen Freundschaften beschäftigt war.

Die schlussendliche Absage des Straßenfestes 2013 (entschieden in einem größeren Treffen) war NICHT die Folge, eines falschen Liedes und unverhältnismäßig aufgebauschter Diskussion (wie in der Siegessäule 6/2014 behauptet wird), sondern v.a. das Ergebnis der politischen Auseinandersetzung um Rassismus und rassistische Strukturen in der queeren Szene. Eine Auseinandersetzung die weder neu noch auf den t*CSD beschränkt ist. Das zu einem Zeitpunkt, wo es schon eine schwelende Diskussion gab, ob denn ein Strassenfest angesichts der immer unpolitischer werdenden Feiernden eigentlich noch tragbar ist.

Am t*CSD 2013 nahmen viele Queers of Color und Schwarze Queers nicht Teil und brachten ihre Position durch Transpis entlang der Demoroute und Flyer zum Ausdruck.

Es gab Versuche einer Nachbereitung, aus denen ich mich im Dezember 2013 ohne Erklärung zurückzogen habe. Ein verantwortlicher Umgang könnte anders aussehen. Aber die Verstrickungen und gegenseitigen Verletzungen auf so vielen Ebenen… so tiefe Gräben zwischen uns… unfähig mich zu verhalten.. Ich sah an diesem Punkt, als einzige Möglichkeit, die Situation zu verlassen. Meinen eigenen Scheiß anzusehen. Mich mit meiner eigenen Ignoranz, meinem Verhalten Genoß*innen gegenüber und in Gruppen auseinanderzusetzen. Dieser Prozess ist weder abgeschlossen, noch Verbindungen wieder aufgenommen.

Aber die Welt dreht sich weiter.

Ich habe vom neuen Kreuzberger CSD, an dem Gruppen und Personen des t*CSDs beteiligt sind, aus der Siegessäule als Ankündigung erfahren. Gut, ich hatte mich weder um Kontakt bemüht, noch die Diskussion gesucht. Aber auch wenn ich mich fern halte, die Nachricht erschüttert mich.

Wo waren die Diskussionen anknüpfend an 2013? Warum gibt es keine öffentliche gemeinsame Diskussion? Gab es welche, die aber in kleinem Rahmen geführt wurden? Wenn ja, wer ist beteiligt? Warum ohne die Genoß*innen einzubeziehen, die 2013 soviel Energie in die Auseinandersetzung gesteckt haben? Warum die Geheimhaltung?

Das war doch einer der zentralen Diskussionspunkte 2013: Die Strukturen der queeren Szene – Wer entscheidet und wer nicht?

Im Moment sieht es für mich so aus, dass das Ritual, organisiert im Szenehinterzimmer, gewonnen hat. Die politische Auseinandersetzung ist nicht erwünscht. Der Rassismus in der queeren Szene und Genoß*innen, die ihn benennen werden ignoriert.

Aus diesen Gründen, lehne ich den Kreuzberger CSD ab und werde nicht teilnehmen.

Ich schreibe diesen Brief, weil für mich die Auseinandersetzung mit den Ereignissen 2013 noch nicht abgeschlossen sind. Ich kann zwar nur Schritt für Schritt, aber ich wünsche mir die Auseinandersetzung, und die gemeinsame Suche nach solidarischen Wegen. Den Prozess statt Ritual.

Ich kann mir zwar vorstellen, dass am Kreuzberger CSD trotz allem auch wichtige Inhalte und tolle Menschen auf der Straße sein werden…

… aber eine politische Demonstration ist das nicht. Sondern die bewusste Entscheidung für unsolidarische und ausschliessende (kommerzielle) Klüngel- Szenestrukturen.

Solidarische Grüße J.

Pressemitteilung von LesMigraS

Mehrdimensionales Empowerment statt eindimensionaler Feiertag

Der Christopher Street Day steht für die politischen und gesellschaftlichen Kämpfe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queers (LSBTIQ) und wird weltweit häufig als queerer Feiertag zelebriert. Am Samstag, den 21. Juni 2014, werden in Berlin drei Demonstrationen/ Paraden stattfinden: der Kreuzberger CSD, die CSD Parade und die Demonstration vom Aktionsbündnis CSD. An keinem der Events werden sich LesMigraS und die Lesbenberatung Berlin beteiligen.

In diesem Jahr gab es viele Auseinandersetzungen rund um alle Veranstaltungen am Christopher Street Day. In die Auseinandersetzungen haben wir eingebracht, dass es beim Christopher Street Day um ein gemeinsames Kämpfen gegen Rassismus, Klassismus, Trans*Diskriminierung, Inter*Diskriminierung und Homophobie gehen muss. Wenn dies wirklich im Mittelpunkt stehen würde, dann würde ein mehrdimensionales und gesellschaftskritisches Engagement für ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt und Diskriminierung, auch über diesen Tag hinaus, sichtbar werden. Es würde sich dann an diesem Tag Kämpfen vor Ort, wie z.B. gegen die diskriminierende Lebenssituation von geflüchteten LSBTIQ oder gegen Rassismus- und Klassismuserfahrungen von LSBTIQ of Color, angeschlossen werden statt sich entwicklungspolitisch zu anderen Ländern zu äußern.

Stattdessen mussten wir aber feststellen, dass nicht alle in der Community aktiv in verschiedene Entscheidungsprozesse einbezogen wurden, sondern viele Planungen ohne Transparenz oder Offenheit stattfanden und erst relativ spät öffentlich oder halb-öffentlich bekannt gegeben bzw. zur Diskussion gestellt wurden. Wir hätten uns von den Vorbereitungsgruppen viel mehr Transparenz und ein aktives Einladen und Beteiligen der Communities, in deren Namen sie sprechen, gewünscht sowie ein echte Bereitschaft, rassistischen und ausschließenden dominanten Strukturen in der Community entgegenzutreten und dieses Jahr dazu beitragen, eine neue Perspektive zu entwickeln.

In unserem Verständnis geht es bei Empowerment darum, verschiedene Bedürfnisse und Positionen aus den Communities zu erfassen, gemeinsam stärkende Handlungsstrategien zu entwickeln, diese zusammen möglichst diskriminierungssensibel umzusetzen, im Anschluss auszuwerten und sich gemeinsam zunehmend weiter zu bewegen, Kritik einzuladen und Auseinandersetzungen als wichtigen Bestandteil von Bewegungen willkommen zu heißen. Ein solches mehrdimensionales Empowerment kann nicht an einem Tag im Jahr passieren, sondern braucht ein ganzjährliches Engagement.

Wir finden es wichtig, uns grundlegend über Empowerment, Sensibilität für Diskriminierung und gesellschaftliche Veränderung auszutauschen. Die Diskussionen um den CSD haben dieses Jahr eher in eine Sackgasse geführt als neue Wege zu eröffnen. Wir brauchen dringend einen Perspektivwechsel. Es muss darum gehen, People of Color, behinderte Menschen, Menschen mit Klassismuserfahrungen etc. in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit zu stellen statt nur dann ‚inklusiv‘ zu sein, wenn es gerade ins Programm passt.

Wir wollen eine breite gesellschaftliche Veränderung.
Wir wollen eine Community, die sensibel und aktiv mit Gewalt und Diskriminierung umgeht und in der sich Mehrfachzugehörige zuhause fühlen können.
Wir wollen Empowerment-Strategien, die mehrdimensional, langfristig und transformativ sind.

ASPEKTE DER BEFREIUNG

Am Mittwoch findet die vorerst letzte Veranstaltung der Veranstaltungsreihe Mir lebn ejbik- Wir leben ewig statt und wir freuen uns Euch dort zu sehen!

ASPEKTE DER BEFREIUNG

Der 8. Mai 1945 markierte das Ende des nationalsozialistischen Regimes. Bis heute wird er von Antifaschist_innen in vielen Ländern als „Tag der Befreiung“ gefeiert. Doch mit der Befreiung landete die Diskriminierung von im NS Verfolgten nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte. Vielmehr gab es sowohl in der DDR als auch in der BRD vielschichtige Kontinuitäten von Antisemitismus und Antikommunismus. Diesem Themenkomplex widmen wir uns in einer Podiumsdiskussion mit Salomea Genin und Hans Coppi.

Salomea Genin (geboren 1932) floh 1939 mit ihrer Familie vor der antisemitischen Verfolgung der Nazis nach Australien. Als überzeugte Kommunistin zog sie 1963 in die DDR und wurde Mitglied der SED. Sie wird uns darüber berichten, wie sie die Zeit in der DDR wahrgenommen hat und warum sie vom „antifaschistischen Deutschland“ bitter enttäuscht wurde.

Hans Coppi (geboren 1942) engagiert sich seit vielen Jahren in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist_innen. Er wird etwas über die Kontinuität von Antikommunismus erzählen.

Nach ihren Beiträgen gibt es die Möglichkeit für Fragen und Diskussion.

Mittwoch, 4.6.14 :: 20Uhr :: Ort: k-fetisch (Wildenbruchstr. 86, 12045 Berlin-Neukölln)