Archiv für April 2014

Racism not welcome anywhere.

Erneut will die NPD am 1. Mai sowie 26. April in Berlin marschieren. Pünktlich im Vorfeld der Europawahl versuchen die Nazis mit rassistischen Themen zu provozieren und zu punkten. Dem stellen wir uns entgegen! Was für die Nazis in den vergangenen Jahren in der Berliner Innenstadt im Desaster endete, soll ihnen auch diesmal nicht gelingen. Deshalb ruft das Bündnis Berlin Nazifrei zu Blockaden der geplanten Aufmärsche auf.

Traditionslinien der Provokation

Die extreme Rechte nutzt jede Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen. Der 1. Mai als Tag der Arbeiter_innenbewegung ist dabei schon länger im Fokus der Nazis. Damit knüpfen die Nazis von heute an eine Tradition der historischen Nationalsozialisten an, durch Umwidmung linker Kampftage und Symbole Mehrheiten zu gewinnen.

Bereits letztes Jahr marschierte die NPD durch menschenleere Straßen in Schöneweide. Dank des Protestes Hunderter Antifaschist_innen blieben sie isoliert und wurden durch ein massives Polizeiaufgebot begleitet. Dieses Jahr versuchen die Nazis am 26. April und 1. Mai gleich zweimal ihre Hetzparolen auf die Straße zu tragen. Die Route, die für den 26. April angekündigt ist und mitten durch Kreuzberg führt, ist dabei als pure Provokation des verhassten links-alternativ geprägten Stadtteils zu verstehen. Nicht viel anders verhält es sich mit dem geplanten Aufmarsch der Nazis am 1. Mai, wenn sie durch Neukölln marschieren wollen.

Schürhaken der Angst

Aber die Nazis wollen nicht nur ihre politischen Gegner_innen provozieren. Gezielt hetzen sie gegen die Neueröffnung von Heimen für Geflüchtete, das mittlerweile geräumte Camp der Geflüchteten am Berliner Oranienplatz und die besetzte Schule in der Ohlauer Straße in Kreuzberg. Damit spitzen sie allerdings nur zu, was die Berliner CDU und konservative Teile der SPD im Einklang mit der Springerpresse seit Monaten anheizen: Obwohl in großen Teilen der Anwohner_innenschaft akzeptiert, wird auch der nichtigste Anlass genutzt, öffentlich Stimmung gegen die unter prekären Bedingungen Lebenden zu machen. Das zeigen das öffentliche Ringen zwischen Senat und Bezirk um das Camp am Oranienplatz ebenso wie die Razzia in der Schule, bei der ein vermeintlicher Diebstahl einer Bierflasche für den Einsatz eines Sondereinsatzkommandos herhalten musste und bei dem alle Türen im Gebäude zerstört wurden.

Nahtlos knüpft die NPD an eine Stimmung an, die die Verantwortung für Geflüchtete relativiert und Zuwanderung als Problem darstellt – und treibt sie auf die Spitze, wenn sie die Situation der Geflüchteten auf eine Störung der vermeintlich behüteten deutschen Zustände reduziert. Damit spricht sie den Geflüchteten das Bleibe- und letztlich das Existenzrecht ab. Und schafft ein Klima, in dem es zu Anschlägen und Übergriffen kommt wie z.B. in Marzahn-Hellersdorf. Als Hebel für rechtes Gedankengut nutzt sie aktuell vor allem die Ängste der Menschen, wenn Geflüchtete in der Nachbarschaft untergebracht werden sollen. Allerdings hat sowohl Marzahn-Hellersdorf als auch Neukölln-Britz gezeigt, dass sich längst nicht alle Anwohner_innen von der rechten Propaganda beeinflussen lassen.

Naziaufmarsch blockieren

Mit ihren menschenverachtenden Parolen nehmen die Nazis den Angriff auf Leib und Leben zumindest billigend in Kauf. Vor drei Jahren griffen Nazis bei einem Aufmarsch am Mehringdamm Gegendemonstrant_innen und vermeintliche Ausländer_innen an; dieses Jahr führt ihr Aufmarsch zur Geflüchtetenunterkunft in Britz. Weil sie in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis gestellt haben, dass der Propaganda immer wieder auch gewalttätige Taten folgen, gilt es, sich den Nazis und Faschist_innen in den Weg zu stellen. Deshalb rufen wir zu Blockaden des Naziaufmarsches auf. Unsere Massenblockaden sind Menschenblockaden. Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, dabei geht von uns keine Eskalation aus. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Keinen Fußbreit sollen sie laufen und keinen Meter kriegen sie geschenkt. Naziaufmärsche am 26. April und am 1. Mai in Berlin jederzeit und überall sonst verhindern.

Weitere Infos unter www.nazifrei.berlin

Infos zum 26.04.

Treffpunkte für Aktionen gegen den Naziaufmarsch:
- 10 Uhr Moritzplatz (Anlaufpunkt für alle Menschen aus Kreuzberg)
- 10 Uhr U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße (Anlaufpunkt für alle Bezirke außer Kreuzberg und Neukölln )
- 10 Uhr U-Bahnhof Herrmannplatz (Anlaufpunkt für alle Menschen aus Neukölln)

Wichtige Nummern für den Tag, sind erst ab Samstag geschaltet:
- EA: 030 / 692 22 22
- Infotelefon 1: 0152 / 134 440 80
- Infotelefon 2: 0152 / 104 921 87
- Ticker: demoticker.org

Aktionskarte für den Tag mit den Treffpunkten und der vorläufigen Naziroute: Download

Sticker: »Ohne Erinnerung keine Zukunft.«

Ohne Erinnerung keine Zukunft.

Unser neuer schicker Sticker ist da! Bekommen kannst Du ihn bei unserem Queer Edge Tresen.

Our new fancy sticker has arrived! You can get it at our Queer Edge Bar.
The text says: »No future without remembrance. Germany never again.«

New Editions

2nd Edition of our Self-Conception

We‘ve put the footnotes into the text and added a glossary where we explain words you might not know.

download as pdf

2nd Edition of our zine »I was never liberated from Auschwitz.«

We‘ve put the footnotes into the text.

download as pdf

Neue Auflagen

3. Auflage von unserem Selbstverständnis

Wir haben die Fußnoten in den Text integriert und ein Glossar für Begriffserklärungen hinzugefügt.

als pdf-Datei herunterladen

3. Auflage unserer Broschüre »Ich bin nie aus Auschwitz befreit worden.«

Wir haben die Fußnoten in den Text integriert.

als pdf-Datei herunterladen

»Mehr als nur Nazis jagen?!«

Auf dem Blog von Birgit Rydlewski wurde ein Text über unseren Workshop »Zurückschlagen, kaputtmachen, wegglitzern. Antifa feministisch weiterdenken.« veröffentlicht, den wir am 13. April 2014 beim Antifa-Kongress gehalten haben. Hier gibt es den Text zum Lesen: »Mehr als nur Nazis jagen?!«

25. April: Queer Edge Tresen mit interaktiver Lesung

transgeniale f_antifa präsentiert: Queer Edge Tresen

Ohne Alkohol und andere Drogen. Rauchfrei. Offen für alle Geschlechter.

Dieses Mal machen wir eine interaktive Lesung! Wir lesen zusammen das Buch Kommunismus. Kleine Geschichte wie endlich alles anders wird von Bini Adamczak. Die Geschichte handelt von Bügeleisenbackmenschen, die erkannt haben, dass der Kapitalismus sie nicht glücklich gemacht hat und ihren Versuchen den Kommunismus zu machen. Alle die möchten können sich beim Vorlesen beteiligen, alle andere dürfen sich entspannt zurücklehnen und zuhören. Dazu gibt es wie gewohnt leckere vegane Köstlichkeiten (auch glutenfrei), Infotisch, Buttons und fabelhafte Atmosphäre.

Freitag, 25. April 2014 | 19 Uhr
faq Infoladen | Jonasstraße 40 | 12053 Berlin

18. Mai: Rundgang zu Stolpersteinen

Erinnern heißt kämpfen

Rundgang zu Stolpersteinen in Neukölln

Wichtiger Hinweis: Der Rundgang wurde verschoben und findet nicht am 18. Mai statt! Der neue Termin wird in nächster Zeit auf unserer Internetseite bekanntgegeben.

In Berlin erinnern zahlreiche Stolpersteine an die Menschen, die von den Nazis und ihren Helfer_innen verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Mit einem Rundgang zu mehreren Stolpersteinen in Neukölln wollen wir die Erinnerung wachhalten und den Opfern des deutschen Vernichtungswahns gedenken. Dabei werden wir an Orten Halt machen, an denen Jüdinnen_Juden gelebt und gearbeitet haben. Anhand von Biographien werden wir in kurzen Vorträgen etwas zu jüdischem Leben vor 1933 erzählen und exemplarisch antisemitische Verfolgung zwischen 1933 und 1945 thematisieren. Außerdem werden wir auf kommunistischen und sozialdemokratischen Widerstand eingehen.

Der Rundgang hat eine Strecke von 2 km und wird circa 60 bis 90 Minuten dauern. Wir bitten um Anmeldung unter: transgenialefantifa@riseup.net

Sonntag, 18. Mai 2014 | 14 Uhr
U8-Bahnhof Schönleinstraße
(Ausgang Bürknerstraße)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe מיר לעבן אײַביק – Mir lebn ejbik (Wir leben ewig) – Eine Veranstaltungsreihe zu Widerstand, Befreiung und Gedenken

Flyer:

tgf_a at the Antifa Congress

Friday April, 11 to Sunday April, 13
Antifa in the Crisis?! International Congress
Technische Universität Berlin (TU Berlin)
Information about arrival
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Saturday April, 12 | 2:30 p.m.
Worldcafé: Initiatives and alliances introduce themselves
With stall of the transgeniale f_antifa
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Sunday April, 13 | 12:30 p.m.
Fighting back, smashing, glittering away.
Developing the Antifa with Feminism.
Workshop by and with the transgeniale f_antifa

»Antifa heisst Angriff« (»Antifa means attack«) is a well-known slogan of the Antifa movement. But who or what is attacked there, actually? Sexism, transhate and macho behavior? Anti-feminist tendencies in society? Or, finally, ›only‹ the Nazi next door? We want to speak about this and other interesting things in a short talk. We explain why we think »Antifa« has to mean more than restricting Nazi’s scope of action. We illustrate why we have to begin with ourselves if we want to fight discrimination. Afterwards we want to discuss the following questions with you: In what way are emotions an important spark for our work? How can feminist initiatives and antifa-groups network and co-operate better, for instance regarding the annual christian fundamentalist, anti-feminist „Marsch für das Leben“ (March for Life)? In what way must (queer-) feminist struggles become a regular part of the work of antifa-groups? We don‘t have final answers to these questions. From our point of view there can‘t be final answers anyway. So even more we would like to talk and discuss with you and hear your answers (and questions?) about this.

Duration: about 45 minutes imput + discussion
Language: German spoken language
Translation: whispering translation into english (on demand)

tgf_a beim Antifa-Kongress

Freitag, 11. April bis Sonntag 13. April
Antifa in der Krise?! Internationaler Kongress
Technische Universität Berlin (TU Berlin)
Infos zur Anreise
Für eine bessere Planung des Kongresses freut sich die Orga über Anmeldungen unter anmeldung@antifa-kongress.org
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Samstag, 12. April | 14:30 Uhr
Worldcafé: Initiativen und Bündnisse stellen sich vor
Mit Infostand der transgenialen f_antifa
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Sonntag, 13. April | 12:30 Uhr
Zurückschlagen, kaputtmachen, wegglitzern.
Antifa feministisch weiterdenken.
Workshop von und mit der transgenialen f_antifa

»Antifa heisst Angriff« ist eine altbekannte Parole der Antifa-Bewegung. Doch wer oder was wird da eigentlich angegriffen? Sexismus, Transfeindlichkeit und Mackertum? Antifeministische Tendenzen innerhalb der Gesellschaft? Oder am Ende doch ›nur‹ der Nazi von nebenan? Diesen und anderen spannenden Fragen widmen wir uns in einem kurzen Vortrag. Wir erklären, warum wir der Meinung sind, dass »Antifa« mehr bedeuten muss, als Nazis in ihren Handlungsspielräumen einzuschränken. Wir erläutern, warum wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir Diskriminierung bekämpfen wollen. Anschließend möchten wir mit Euch unter anderem über folgende Fragen diskutieren: Inwiefern sind Emotionen ein wichtiger Antrieb für unsere Arbeit? Wie können feministische Initiativen und Antifa-Gruppen sich miteinander vernetzen und besser zusammenarbeiten, zum Beispiel in Hinblick auf den jährlich in Berlin stattfindenden christlich-fundamentalistischen, antifeministischen »Marsch für das Leben«? Inwiefern müssen (queer-) feministische Kämpfe auch von Antifa-Gruppen auf die Tagesordnung gesetzt werden? Auf all diese Fragen haben wir keine abschließenden Antworten parat. Die kann es unserer Meinung nach auch gar nicht geben. Umso mehr würden wir uns deshalb freuen, mit Euch ins Gespräch zu kommen und Eure Antworten (und Fragen?) dazu zu hören.

Dauer: circa 45 Minuten Input + Diskussion

Sprache: Deutsche Lautsprache

Übersetzung: Flüsterübersetzung Englisch (auf Anfrage)