Archiv für März 2014

20. April: Workshop beim laDIYfest kiel

Transmisogynie in feministischen Räumen

Workshop von und mit der transgenialen f_antifa

Feministische Räume haben oft den Anspruch, offen für Transmenschen zu sein. In der Praxis zeigt sich aber leider viel zu häufig, dass transspezifische Erfahrungen und Lebensrealitäten kaum mitgedacht werden. Deshalb sind feministische Räume nur selten ein sicherer Raum für Transpersonen. Dabei spielt Transmisogynie, also die Abwertung und Diskriminierung von Transfrauen/Transweiblichkeiten, eine wichtige Rolle. Wir wollen mit Euch in Kleingruppen darüber diskutieren, wie sich Transmisogynie in feministischen Räumen äußert. Anschließend möchten wir gemeinsam überlegen, was wir tun können, damit feministische Räume in Zukunft sicher(er) werden für Transmenschen, insbesondere für Transfrauen/Transweiblichkeiten.

Dauer: circa 90 Minuten
Sprache: deutsche Lautsprache
Übersetzung: auf Anfrage
offen für alle Geschlechter

Sonntag 20. April 2014 | 12 Uhr
Kul­tur-​ und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trum Han­sa48
Hansastraße 48 | 24118 Kiel

Im Rahmen des laDIYfest kiel

Vorträge & Workshops

Unter Vorträge & Workshops gibt es ab sofort eine Übersicht über Veranstaltungen, für die Ihr uns anfragen könnt. Kontaktiert uns dazu bitte per E-Mail.

28. März: Queer Edge Tresen

transgeniale f_antifa präsentiert: Queer Edge Tresen

vegan | rauchfrei | ohne Alkohol und andere Drogen
offen für alle Geschlechter

Dieses Mal mit einem f_antifantastischen Quiz mit tollen Preisen. Diese werden unter allen Teilnehmer_innen verlost. Dazu gibt’s frische vegane Waffeln mit verschiedensten Toppings (süß und herzhaft), Infotisch und bezaubernde Leute.

Offen ab 19.00 Uhr, Quiz ab 20.00 Uhr.

Radiobeitrag über f_antifa

Beim Anarchistischen Radio ist ein kurzer Beitrag über f_antifa erschienen, in dem auch über uns berichtet wird. Den Ausschnitt könnt Ihr hier herunterladen. Die ganze Sendung mit dem Titel »weltweiter Frauen*Kampftag: Feministische Aktionen & Perspektiven« könnt Ihr hier herunterladen.

Der Beitrag über f_antifa (4:24 min):

Die ganze Sendung (56:10 min):

22. März: Zeitzeugengespräch mit Fritz Schmid

„Es war ja Faschismus…“ – Zeitzeugengespräch mit Fritz Schmid

Fritz Schmid (* 1916), Sohn eines Sozialdemokraten, engagierte sich schon in jungen Jahren in sozialistischen und kommunistischen Jugendgruppen und war im Arbeiter_innenwiderstand im Berliner Nordosten aktiv. Im Juni 1933 schloss er sich im Alter von 16 Jahren einer Widerstandsgruppe in Prenzlauer Berg an. Bis zu seinem Einzug zum Arbeitsdienst und später zur Wehrmacht 1938 erstellte und verbreitete er mit den Mitglieder der Gruppe Flugblätter gegen das NS-Regime. Auch bei der Wehrmacht setzte Schmid seine Widerstandstätigkeit fort und rettete auf diese Weise mehreren Menschen das Leben. Er nutzte seine Position etwa, um gefälschte Wehrpässe auszustellen und Waffen für den Widerstand hinaus zu schmuggeln. Bis heute versucht Fritz Schmid über den Nationalsozialismus aufzuklären und erzählt als Zeitzeuge seine Geschichte.

Bei der Veranstaltung werden Gebärdendolmetscher_innen anwesend sein.

Samstag, 22. März 2014 | 15 Uhr
FAQ-Infoladen | Jonasstraße 40
ORi | Friedelstraße 8 | 12047 Berlin-Neukölln

Wichtig! Wenn ihr an dem Gespräch mit Fritz Schmid teilnehmen wollt, schickt uns doch bitte eine Mail an folgende Adresse: wir_leben_ewig@riseup.net oder über unser Kontaktformular
Es können leider nicht mehr als 25 Personen an der Veranstaltung teilnehmen.

Broschüre: Vom Ghetto in die Wälder

Vom Ghetto in die Wälder
Jüdischer Widerstand gegen Nationalsozialismus und deutsche Besatzung

28 Seiten

Die Broschüre als pdf herunterladen

Die Broschüre online lesen

Speech at the demonstration on March 8, 2014

Here you can read our speech at the demonstration on March 8, 2014 in Berlin. There’s also a german version of this speech.

Are we supposed to be part of this?

Unfortunately, we as inter and trans persons have to ask ourselves this question often in feminist struggles – even today on March 8th. Although we are happy that the alliance of this demonstration tries to include inter and trans persons, we have the feeling they didn‘t think enough about the consequences. The call for the demonstration today doesn‘t mention anything about trans and inter specific discrimination and violence. Nothing is said about the violent and often traumatizing genital operations which – also in germany – are performed daily on intersex children to coercively assign them to one of the two officially recognized sexes. Nothing is said about the uncountable trans women who are murdered world wide because of transmisogyny. Nothing is said about the social force to assign oneself to one of the two officially recognized genders. Nothing is mentioned about the daily violence that – especially feminine looking – trans people face in the streets and in their communities. Nothing is said about the impossibility to identify as neither a ›woman‹ or a ›man‹. We don‘t just want to feel like an afterthought when – like in the call for the demonstration today – »women« are mentioned (in the german call it’s »Frauen*«, with an asterisk). To include inter and trans positions has to be more than a star after »Frauen*«. Because our every day realities are so diverse you can‘t describe them with only an asterisk.

Fighting patriarchy doesn‘t work without questioning the category »woman«. Because not all women are affected by discrimination in the same way. For example gender specific causes for refugees are not recognized as a reason for asylum in germany. So many refugee women have to fight against sexism, but against racism as well. Furthermore many women who need assistance in daily life are affected by sexualized violence, for example in care institutions. This violence is a social taboo and also rarely mentioned in feminist fights. People who are affected by fat shaming have to fight permanently against the devaluation of their bodies, for example when doctors recommend diets instead of performing important examinations that they would for thin people. Trans women are also women, but their specific experiences of violence are mostly left unmentioned in feminist debates. Because of that we are having an Inter and Trans block at this demonstration. With this we want to show that there are more than two genders, and also:

Feminism is not only a fight of white, academic, thin, able-bodied, non-jewish, hetero cis women, but a fight that belongs and concerns all of us. Solidarity and greetings to the fat block and the sex workers block!

For an emancipatory feminism!

Redebeitrag zur Demo am 8. März 2014

Hier gibt es unseren Redebeitrag zur Demo am 8. März 2014 in Berlin. Es gibt von der Rede auch eine Übersetzung ins Englische.

Sind wir eigentlich mitgemeint?

Diese Frage müssen wir uns als Inter- und Transpersonen leider sehr oft stellen, wenn es um Feminismus geht – auch heute am 8. März. So sehr wir uns auch freuen, dass das Demo-Bündnis versucht, Inter- und Transpersonen einzubeziehen, haben wir dennoch das Gefühl, dass nicht genug darüber nachgedacht wurde, welche Konsequenzen sich daraus ergeben müssen. Der Aufruf zur heutigen Demo sagt nichts zu trans- und interspezifischer Diskriminierung und Gewalt. Kein Wort zu den gewaltvollen und häufig traumatisierenden Genitaloperationen, die – auch in Deutschland – täglich an intergeschlechtlichen Kindern durchgeführt werden, um sie einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu können. Kein Wort zu den unzähligen Morden an Transfrauen, die weltweit aus Transmisogynie verübt werden. Kein Wort zum gesellschaftlichen Zwang, sich einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu müssen. Kein Wort zur alltäglichen Gewalt, die – vor allem feminin auftretende – Transmenschen auf der Straße und im sozialen Umfeld erleben. Kein Wort zur Unmöglichkeit, sich jenseits der Kategorien »Frau« und »Mann« zu verorten. Wir wollen uns nicht bloß mitgemeint fühlen, wenn – wie zum Beispiel im Aufruf zur heutigen Demo – von »Frauen*« gesprochen wird. Inter- und Trans-Positionen mitzudenken muss mehr sein, als ein Sternchen bei »Frauen*«. Denn unsere Lebensrealitäten sind so vielschichtig, dass ein Sternchen nicht ausreicht, um sie zu beschreiben.

Der Kampf gegen das Patriarchat funktioniert nicht ohne die Infragestellung der Kategorie »Frau«. Denn es sind nicht alle Frauen in gleicher Weise von Diskriminierung betroffen. So werden beispielsweise in Deutschland geschlechtsspezifische Fluchtursachen faktisch nicht als Asylgrund anerkannt. Viele geflüchtete Frauen müssen also nicht nur gegen Sexismus kämpfen, sondern auch gegen Rassismus. Außerdem sind viele Frauen von sexualisierter Gewalt betroffen, die im Alltag auf Assistenz angewiesen sind, zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen. Diese Gewalt ist gesellschaftlich tabuisiert und wird auch in feministischen Kämpfen selten mitgedacht. Von Fat-Shaming Betroffene müssen sich ständig gegen die Abwertung ihrer Körper wehren, zum Beispiel wenn Ärzt_innen ihnen Diäten empfehlen anstatt notwendige Untersuchungen durchzuführen die bei dünnen Menschen üblich sind. Transfrauen sind auch Frauen, doch ihre spezifischen Gewalterfahrungen im Alltag bleiben in feministischen Debatten oft unbeachtet. Deshalb werden wir auf der heutigen Demo einen Inter- und Trans-Block machen. Damit wollen wir nicht nur zeigen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, sondern auch:

Feminismus ist nicht nur ein Kampf von weissen, akademischen, dünnen, able-bodied, nicht-jüdischen, hetero Cisfrauen sondern von uns allen. An dieser Stelle solidarische Grüsse an den Fett-Block und den Sex-Arbeiter_innen-Block!

Für einen emanzipatorischen Feminismus!

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