Archiv für Dezember 2013

Interview im Underdog Fanzine #43

In der aktuellen Ausgabe des Underdog Fanzine ist ein Interview mit uns erschienen, das wir hier dokumentieren.

„Antifa ist der Kampf ums Ganze“, doch wenn es um ganzheitliches Denken geht, sind feministische Perspektiven in Antifa_Gruppen selten bis gar nicht vorhanden. Wie konkret könnt ihr mit eurer Arbeit die herrschenden Geschlechterverhältnisse in der radikalen Linke durchdringen?
Emma: Durch unsere Veröffentlichungen und Aktionen wollen wir zum Nachdenken anregen. Im besten Fall wird dadurch eine Reflexion der eigenen Position in der Gesellschaft angestoßen. Im Ergebnis sollte das meiner Meinung nach dazu führen, die eigenen Privilegien zu hinterfragen, die mit der Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe verbunden sind, zum Beispiel als Cis-Menschen (cis bedeutet nicht trans*), als Weiße oder als Nicht-Behinderte.
Aleks: Vor allem durch die Sichtbarkeit und überhaupt das Existieren unserer Gruppe wollen wir ein Zeichen setzen. Schon damit – und selbstverständlich mit unseren konkreten Aktionen – hoffe ich, dass es in der so genannten radikalen Linken ankommt, dass es auch ohne mackriges Dominanzverhalten geht, politisch aktiv zu sein und dass die Arten wie Aktivismus betrieben werden (können) vielseitiger sind, als traditionelle Rollenbilder es glauben lassen (Militanz, „Straßenkämpfer“).
Emma: Wobei ich persönlich es auch wichtig finde, feministische Definitionen von Militanz zu entwickeln, beziehungsweise wiederzuentdecken. Vor weniger als drei Jahrzehnten gab es noch in vielen größeren Städten Frauen*-Patrouillen, die sich im öffentlichen Raum gegen sexistische Übergriffe gewehrt haben. An diese Tradition möchte ich gerne anknüpfen. Nicht umsonst ist „Bash Back“ ein zentrales Motto unserer Gruppe.
Aleks: Ja, auf jeden Fall! Mit diesem Motto stoßen wir hoffentlich auch auf Verwirrung was Rollenerwartungen angeht.
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